Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Massakers Yazdır e-Posta
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Cumartesi, 26 Haziran 2010 14:00

Presseerklärung

Gedenkveranstaltungen für die  Opfer des Massakers
am 2. Juli 2010 in Deutschland und in Sivas

Köln, 18.06.2010

Alevitische Ortsgemeinden in Deutschland gedenken an die Opfer des Massakers vom 2. Juli 1993 in Sivas.

Anlässlich eines Kulturfestivals am 2. Juli 1993 zum Gedenken des alevitischen Gelehrten und Dichters Pir Sultan Abdal, der Ende des 16 Jh. hingerichtet wurde, fanden sich in Sivas zahlreiche alevitische Dichter, Künstler, Schriftsteller und noch viele andere Gelehrte und Menschen zusammen. Ahnungslos nahmen Sie an den Festlichkeiten teil. Auf sie wartete ein fürchterliches, von langer Hand geplantes pogromartiges Massaker. Islamische Fundamentalisten und türkische Ultranationalisten stürmten nach dem Freitagsgebet aus den Moscheen zu den Orten, an denen die Festlichkeiten stattfanden. Unter dem Aufruf „Töte einen Aleviten, so kommst du in den Himmel“ wurde das Hotel Madımak in Anwesenheit untätiger Sicherheitskräfte von Tausenden Scharia- Anhängern angegriffen und in Brand gesetzt. Insgesamt 37 Menschen fanden in den Flammen den Tod.

Auch wenn die damalige politische Macht die Anwesenheit des Schriftstellers Aziz Nesin als Entschuldigung für die Taten der Attentäter darzustellen versuchte, um das Massaker zu verharmlosen, hinterlässt diese Tragödie eine tiefe Wunde in der Geschichte der Menschheit.

Viele Jahre nach diesem Anschlag wurde das Hotel Madimak  renoviert und in Stand gesetzt. Der Hotelbetrieb wurde wieder aufgenommen und die geschändeten Räume im Erdgeschoss zu einem Kebap- Restaurant umfunktioniert. Nach diesem Massaker haben wir eine Kampagne gestartet. Das Hotel Madimak soll für den Aufbau eines Museums und einer Gedenkstätte für die Opfer des 2. Juli umgebaut werden.

Bedauerlich ist auch, dass von der Türkischen Regierung bis heute kein Mahnmal daran erinnert, wie es beispielhaft nach dem Brandanschlag vom 29. Mai 1993 in Solingen der Fall ist. Weder politisch noch recht-lich ist das Massaker von Sivas bislang in annährend zufrieden stellender Weise aufgearbeitet worden.
Wir fordern die türkische Regierung auf, dieser Schande ein Ende zu setzen und das Madimak-Hotel zu einem Ort der Versöhnung und der Brüderlichkeit, zu einer Gedenkstätte, zum „Museum der Andacht 2. Juli“ auszurufen.

 

Wir Aleviten sind davon überzeugt, dass ein solcher Schritt für das friedliche Zusammenleben der Menschen in der Türkei sehr förderlich ist. Damit sich die Vergangenheit nicht wiederholt und die Menschen aus ihren Fehlern lernen, ist eine offene Auseinandersetzung mit dem Massaker von Sivas dringlich notwendig. Unterstützen Sie diesen Schritt und nehmen Sie unsere Stimme zur Kenntnis. 

Das gemeinsame Ziel aller demokratischen Menschen - egal welcher Religion und Herkunft - sollte darin bestehen, den Nährboden für jeglichen Fundamentalismus zu nehmen. Wir weisen darauf hin, dass das Massaker von Sivas nicht nur ein gegen die Aleviten gerichtetes Verbrechen war, sondern ein Verbrechen gegen die Demokratie und Menschlichkeit.

Wir sehen es als einen wichtigen Schritt, wenn demokratisch gesinnte Menschen zusammenkommen, um das Massaker von Sivas zu verurteilen und zu verarbeiten.

Jedes Jahr erinnern wir uns an die Opfer des Massakers von Sivas, indem wir in allen alevitischen Gemeinden Gedenkveranstaltungen organisieren, denn um weiteren Massakern durch Fundamentalisten vorzubeugen, dürfen wir das Massaker von Sivas nicht vergessen und ebenso wenig dürfen wir es nicht in Vergessenheit geraten lassen.


Alevitischen Gemeinde Deutschland  

 

 
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